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Die Kraft der Kall

28 Jun 19
Ivonne-Rebecca Schreier
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Die Kall war das Gebiet für das ich mich zur Vorbereitung meiner ersten Naturführung entschied. Dem vorangegangen waren mehrere Wochen Recherche, das Ablaufen möglicher Gebiete und das Vergleichen mit meinen Parametern. Schließlich sollte meine erste Führung was ganz besonderes sein.

Als am schwierigsten stellten sich meine Parameter heraus. Ich wollte alles und das auf möglichst kleinstem Raum. Ursprüngliche Besiedlung, extensive Landwirtschaft, Wildwiesen, die wundervolle und doch auch zerstörerische Kraft von Wasser, sowie einen Fluss / Bach an dem man herrlich zeigen konnte, wie jedermann selbst die Wasserqualität bestimmen konnte.
Heute weiß ich, dass es viel sinnvoller ist, sich auf ein bis zwei Themenschwerpunkten in einem vielfältigen Gebiet zu konzentrieren, doch zu dem Zeitpunkt wollte ich noch so viel Wissen und unterschiedlichste natürliche Prägungen wie möglich einbinden.

Ich entschied mich für ein kleines Gebiet am Fuße des Nationalpark Eifel und endlich konnte es losgehen. Als Parkmöglichkeit nutzte ich den Nationalpark – Infopunkt in Zerkall, hier gibt es auch die Möglichkeit der Sanitären Einrichtungen, Tische für die Pause und herrlich erfrischendes Wasser.

Vom Parkplatz aus wenden wir uns ostwärts und folgen dem kleinen Weg bis zur Hauptstraße. Nach dem Überqueren der Hauptstraße folgen wir dem Weg entlang der Nationalparkgrenze in Richtung Südost. Wir nehmen den ersten Abzweig nach rechts in westlicher Richtung und folgen ihm ein ganzes Stück durch den Wald, an der Papierfabrik vorbei, bis zur ersten Möglichkeit den breiten Weg nach rechts auf einen kleinen Pfad zu verlassen.

Auf dem kleinen aber kurzfristig steil abfallenden Weg gelangen wir an traumhafte Täler, durch jahrhundertelanger Bearbeitung durch das Wasser entstanden und heute noch extensiv als Weide- und Wiesenlandschaft genutzt. Hier kommt jeder Entomologe auf seine Kosten. Käfer, Schmetterlinge, Libellen, Grashüpfer und viele andere Insektenarten schwirren und krabbeln um uns herum. Bei einer zehnminütigen Zählung der unterschiedlichen Arten kommt jeder auf seine Kosten (unter 30 verschiedene Insekten kam niemand).

Entlang der Wiesen sehen wir immer wieder schon die Kall durchblitzen und kommen schließlich an eine kleine Holzbrücke auf der wir zum ersten Mal dieses landschaftsprägende Element überqueren. Hier bestimmen wir auch das erste Mal die Wasserqualität anhand von Kleinlebewesen die wir im Wasser sehen können.

Nachdem wir den Fluss erreicht haben wenden wir uns Flussabwärts in östliche Richtung um der Kall zurück zum Ausgangspunkt zu folgen. Teile des Flusses wurden renaturiert und sind mit ihren mäandrierenden Schleifen herrlich anzusehen. Deutlich zu erkennen ist an den Uferrändern der Wasserabtrag und die Wasserunterspülung. Wir sehen viele Beispiele für Frostsprengung, Wurzeldruck und natürlich immer wieder die Formung des Flussbettes an den Stellen, die natürlich verlaufen dürfen ohne eingefasst zu werden oder wieder renaturiert wurden.

Am Ende des Verlaufs mündet die Kall in die Rur, doch vorher halten wir noch an einer wundervollen Stelle, geprägt von Bäumen, Büschen und der Kall um unsere Eindrücke zu verarbeiten.

Wer gerne auch mal an dieser Führung teilnehmen möchte, kann mich gerne anschreiben oder sich auf unserer Webseite anmelden.
https://www.geonature.de/angebote/natur-und-landschaftsf%C3%BChrung/die-kraft-der-kall/

Eine kleine Auszeit

08 Jun 19
Ivonne-Rebecca Schreier
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Friedlich! Das ist das erste Wort, dass mir einfällt. Friedlich.

Ich sitze mit meinem Mann am Boisdorfer See und lasse die Stille auf mich wirken, nachdem ich die letzten drei Stunden mit meiner Freundin Marion Insekten und Pflanzen bestimmt, kartiert und Fotografiert habe. Friedlich!

Was viele Menschen, die ich kenne, nur als Zeitverschwendung und sinnlose Arbeit bezeichnen, ist für mich die ultimative Freiheit geworden. Draussen sein! Mich ganz der Umgebung hingeben. Auch mal stundenlang an einer Wiese stehen und einfach nur jede Blume, jedes Insekt und jeden Grashalm genauer unter die Lupe nehmen.

In den letzten drei Stunden habe ich meine Insektenführung in der Wildblumenwiese vorbereitet und konnte völlig frei von jeglichen Verpflichtungen die Zeit genießen und alles in Ruhe betrachten. Und ich habe einen Menschen bei mir gehabt, der genauso verrückt ist wie ich und unter jedes Blatt geschaut hat. Das machte es zu etwas besonderen. Und man sieht viel mehr. Ich entdeckte so ziemlich jeden Käfer, während Marion auch der kleinste Schmetterling nicht entging.

3 Stunden nichts anderes als eine Wildblumenwiese untersuchen. Wie lange hatte ich mir diese Qualitätszeit nicht mehr genommen? Leider viel zu lange. Ihr wisst es selber, zwischen Arbeit, Alltag und Hektik ist nicht mehr viel Zeit für so einen Luxus. Doch ich empfehle jedem von euch, versucht es mal. Nehmt euch ein kleines Stück Natur und untersucht es aufs genauste. Ihr werdet schnell merken, dass euer Chaos im Kopf, die ganzen Termine und Verpflichtungen unwichtig werden. Und man sich über jede neue Pflanze, jedes noch so kleine neu entdeckte Insekt wie ein Kind freut und den Kopf leer kriegt.

Mein favorisiertes Gebiet hierfür ist das Kerpener Marienfeld ein renaturierter Tagebau der RWE. Ich werde mich hier weder Pro noch Kontra Braunkohleabbau äußern, dass muss jeder für sich selbst entscheiden, aber das Gebiet eignet sich hervorragend, weil sich hier auf einem vergleichsweise kleinen Gebiet die unterschiedlichsten Ökoräume findet.

Also Marienfeld. Schon auf dem Parkplatz sieht man viele unterschiedliche Bäume, Sträucher und Blühpflanzen. Die erste Station meiner Führung besticht durch ein enormes Aufkommen an vielblättrigen Lupinen und Hopfenklee. Gepaart mit einem hohen Aufkommen an Bodenspinnen und Ameisen. Süßgräser trennen den Parkplatz von der Baumgrenze.

Auf dem Weg zum zweiten Standort kam ich an mehr als zwanzig verschiedenen Süßgräsern vorbei. Brenneseln und Kletterwicken sind hier eher in der Unterzahl ganz im Gegensatz zum typischen Kerpener Stadtgebiet / Wald. Zur Krötenwanderung im letzten Jahr wimmelte der ganze Boden von kleinen Kröten, in diesem Jahr war es leider noch zu früh. Genauso selten wie Brennesseln sah ich die typischen Anzeiger für verdichteten Siedlungsraum wie Löwenzahn und Gänseblumen.

Am dritten Standort konnte man sehr schön die Problematik der durch den Menschen verursachten Bodenveränderung in diesem Gebiet betrachten. Gegenüber von der Wiese werden Felder landwirtschaftlich genutzt. Während der Rhabarber in der Mitte des Feldes meterhoch wuchs, konnte man am Feldrand die Bodenveränderungen anhand von abgeschwemmten und durch Trockenplatten verdichtetem Boden erkennen.

Die Blühwiese wiederum erfüllte voll ihrem Namen. Margeriten, Gräser in Hülle und Fülle, Wicken, Kornblütengewäche, Hahnenfußgewächse und Käfer über Käfer. Die Schmetterlinge der vierten Station waren leider wetterbedingt kaum zu sehen, dafür konnten wir die frisch geschlüpften Libellen an der fünften Station wunderbar betrachten. Sowie auch tausende von geschlüpften Eintagsfliegen.

Alles in allem war es ein wundervoller, produktiver Tag. Probiert es mal aus. Ladet euch eine Bestimmungsapp auf euer Handy, bewaffnet euch mit einer 10-fach Lupe und Fotoapparat und dann raus und genießen.

Pflanzenbestimmung leicht gemacht

31 Mai 19
Ivonne-Rebecca Schreier
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Am 25.05.2019 war es endlich wieder so weit. Nach fast 9 Monaten Pause für ich endlich wieder ins Große Torfmoor nach Minden-Lübbecke. Diesmal nicht nur um meine Führung Moor erleben – Hund bewegen zu leiten sondern auch um mich in Sachen Pflanzenbestimmung weiter zu bilden. Bei dem Thema stehe ich mit mir selbst im Zwiespalt. Einerseits finde ich es schon sehr interessant, zu wissen, was dort um mich herum so alles blüht. Andererseits fand ich Botanik in der Uni echt nervig, weil es beim Bestimmen immer nur um die einzelnen Komponenten ging, mit denen man sich auf einem ellenlangen Weg mit dem Studenten-Quäl-Werk „Flora in Deutschland, Schmeil und Fitschen“ voranarbeitete. Viel Text, viele Zeichnungen, wenig Bilder. Aber, ich bin keine Studentin mehr, es war kein Zwang mehr dahinter also gab ich dem ganzen eine Chance. Zudem, ich freute mich wirklich sehr, wieder in die Region zu fahren, in der ich das erste Mal wirkliche Ruhe kennen lernen durfte.

Freitag mittags ging es los. 260 km lagen vor mir, voller naiver Denkweise dachte ich, dass ich dann herrlich in drei Stunden da wäre und hatte die Rechnung ohne die A1 und die A2 gemacht. Naja, fünf Stunden später, genervt und durchgeschwitzt (Nein, ich habe keine Klimaanlage im Auto) sah ich endlich die Ausläufer des Wiehengebirges und ein Lächeln huschte über mein Gewischt. Wie schon so oft vorher, war all der Stress und die lange Fahrt sofort wie weggeblasen. Also rauf auf den Berg, Parkplatz suchen und erst mal ab in den Wald.

Die Nacht verbrachte ich das erste Mal in Minden selbst und kann nur sagen, einmal und nie wieder. Die Unterkunft war herrlich, Altbau, saniert und urgemütlich aber die Umgebung nichts für Menschen die Erholung suchen. Viel Schlaf hatte ich die Nacht zwar nicht, war dennoch am Samstag morgen pünktlich zur Fortbildung und freute mich riesig altbekannte Gesichter wieder zu sehen. Unser Imker war da, viele andere mit denen ich die Ausbildung zur Natur- und Landschaftsbildung gemacht habe auch und die Frösche begrüßten uns schon laut quakend aus dem Teich. Zu Hause! Anders kann ich meine Gefühle im Großen Torfmoor nicht beschreiben.

Mit Kaffee und voller Motivation sah ich dem Tag entgegen. Die Seminarleiter kamen aus der angrenzenden Biologischen Station und waren sehr gut vorbereitet. Mit viel Spaß, Geduld und viel interessanteren Bestimmungsbüchern, zeigten sie uns einen angenehmen Weg der Pflanzenbestimmung. Das Seminar war eine hervorragende Mischung aus Theorie und sofortiger praktischer Umsetzung, so dass wir immer auch direkt das erlernte anwenden konnten. Ich kann jedem aus der Gegend nur die Seminare im Moorhus des Großen Torfmoores empfehlen, es gibt immer Verpflegung, Theorie und Praxis halten sich immer die Waage und die Seminarleitung ist stets selbst motiviert wodurch man leicht angesteckt wird.

Ich werde jetzt nicht die einzelnen Bestimmungsübungen und Pflanzenarten aufzählen, dies werde ich in einem gesonderten Bericht unter Wissenswertes inkl. Anleitung für euch erstellen. Aber ich möchte euch dennoch einige Pflanzenfotos hinterlegen. Sehr schön war auch, dass das Moorhus es in diesem Jahr geschafft hat und ein Storch im extra angelegten Storchennest zu sehen war. Für mich war es mal wieder ein gelungenes Auszeit-Wochenende (die zweite Nacht habe ich jedoch nicht mehr in Minden verbracht sondern im Auto). Ich konnte abschalten, neues lernen und nach all dem normalen Alltagsstress mir wieder bewusst machen, wo meine eigentlichen Interessen liegen. Dies war auch dringend nötig nach dem letzten Jahr. Ich werde nun nicht mehr so viel pausieren sondern endlich beginnen mit dem, wo mein Herz hinter steht. Naturführungen, Naturfortbildungen, Draußenzeit wann immer ich kann.

Wer gerne mehr über das Thema wissen möchte oder Empfehlungen für Bestimmungsbücher oder Apps benötigt, kann mich gerne per Email anschreiben.

Kurztrip in den Westerwald

08 Mai 19
Ivonne-Rebecca Schreier
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Am Wochenende fuhren wir in einen, von mir völlig zu unrecht, außer Acht gelassenen Naturraum. Nah bei Köln brauchten wir nur eine Stunde bis zum Ziel. Aus Rücksicht auf meine Bandscheibe haben wir uns in einem Hotel eingebucht. Da wir jedoch erst zwei Stunden nach unserer Ankunft einchecken konnten, nutzten wir die Zeit und erkundeten die nähere Umgebung. Was soll ich sagen. Ich stellte schnell fest, dass ich den Westerwald zu unrecht als uninteressant eingestuft hatte.

In unmittelbarer Nähe zum Hotel, in Oberlahr an der Wied, fand sich ein natürlicher, frei mäandrierender, herrlicher kleiner Bachlauf dem wir einfach folgen mussten. Das Wasser strahlte traumhaft klar, die Ufer waren überwuchert mit Moosen, Gräsern und Farnen, einfach eine Kulisse zum träumen und verweilen. Um dem Bachlauf zu folgen mussten wir an einigen Stellen schwer improvisieren um an den Feuchtwiesen entlang zu kommen, doch ich finde, der Weg hat sich gelohnt.

Leider wurde es nun Zeit zum Hotel zurück zu kehren, doch es war klar, dass es nicht lange dauern würde bis wir wieder draußen wären. Im Hotel statteten wir uns mit einer Wanderkarte der Umgebung aus und zogen los. Die ersten fünf Kilometer wanderten wir auf dem Westerwaldsteig. Diesen Empfang ich zeitweise als sehr mühselig, war er doch komplett mit Schotter ausgearbeitet und nicht angenehm zu begehen. Doch nachdem wir den Ort hinter uns gelassen hatten wandelte sich auch der Weg vom gut ausgebautem Wanderweg in einen natürlichen, breiteren Trampelpfad. Das war ganz nach unserem Geschmack.

Drei Stunden und 12 km später ließen wir unsere Eindrücke vom Tag sacken. Wir hatten viel wilde Natur, Quellen, Flüsse und Wildwiesen gesehen und waren begeistert. So dicht am Ballungsraum haben wir uns nicht diese Fülle an unberührter, unbearbeiteter Natur vorgestellt. Wir waren im Endeckerfieber!

Der nächste Tag führte uns trotz Schnee und Hagel ins Grenzbachtal, einem naturschutzfachlichem und wasserwirtschaftlichem Modellprojekt der Verbandsgemeinde Flammersfeld. Vom Wanderparkplatz muss man leider durch eine Wochenendhaussiedlung, die das landschaftliche Bild ein wenig störte, wurde jedoch mit wilden, steilen, unebenen und verwurzelten Pfaden belohnt. Der Weg war leicht zu meistern, einige An- und Abstiege mussten jedoch sehr vorsichtig begangen werden. Auch hier verliefen viele, natürliche Bachläufe, viel Totholz begleitete den Weg und man konnte deutlich die Änderung der Waldnutzung von Regionsuntypischen Fichtenwäldern auf Regionstypischen Laubwäldern erkennen. Durch den Wandel erstrahlt dieses Gebiet als bunter Mischwald mit vielen Lichtungen und Artenreichtum.

Der nächste Halt bei Reichenstein enttäuschte. Ursprünglich wollten wir die Burgruine besichtigen, diese ist jedoch in Privatbesitz und nicht zugängig. Die Umgebung war hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt und so fuhren wir recht schnell weiter an der Wied entlang. Nach einigen Hagelschauern und Gewittern genossen wir die Fahrt und hielten spontan an der ein oder anderen schönen Stelle. Leider wurde es auch langsam wieder Zeit ins Hotel zurückzukehren, doch dieser Tag war herrlich anders, ungeplant und entspannend.

Am nächste Morgen war ich schon etwas schwermütig und wollte nicht nach Hause. Der Ausblick aus dem Fenster war ein Traum an den ich mich gewöhnen könnte, der permanente Autobahnlärm, der uns zu Hause begleitet, fehlte komplett und ich begann mich wirklich zu entspannen. Aber es half nichts. Zum Abschluss jedoch wollten wir uns noch einmal belohnen und gingen wieder zu dem kleinem Flusslauf vom ersten Tag. Diesmal folgten wir ihm ein ganzes Stückchen mehr, Kletterpartien durch umgestürtzte Bäume inklusive und am Ende des Spaziergangs hatten wir uns dann doch damit ausgesöhnt wieder Heim zu müssen. Damit steht es für uns fest, in den Westerwald wollen/müssen wir wieder hin. Für Tagesausflüge, zum Wildniswandern oder auch einfach zum Entspannen eignet sich das Gebiet ideal.

Eichenbach und Schlossruine Aremberg 2.0

23 Apr 19
Ivonne-Rebecca Schreier
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Nachdem ich zu Hause immer wieder begeistert von meiner Wanderung und den vielen verschiedenen Eindrücken erzählt hatte, wollte ich unbedingt meinen Mann davon überzeugen, dass sich die Ecke perfekt als Standort für einige unserer Seminare eignet. Also packte ich gestern bei strahlendem Sonnenschein Mann und Hund ins Auto und fuhr noch einmal ins Ahrtal.

In Eichenbach angekommen organisierten wir uns erst einmal im Landgasthaus Zum Wiesengrund eine Wanderkarte, denn ich weiß, dass meinem Mann zur Standort-Wahl ein kurzer Ausschnitt von einem Gebiet nicht reicht. Es müssen auch Quellen, Bäche und viele Wälder in der Gegend sein. Die Karte schien jedoch schnell zu überzeugen, das Leuchten der Augen war unübersehbar.

Also parkte ich am Wanderparkplatz und führte meinen Menne zur Schutzhütte. Was soll ich sagen, er verschwand mitten ins Dickicht und kam zehn Minuten später lächelnd wieder raus. Ich hatte ihn überzeugt. Nachdem die Karte auch noch die restlichen Bedingungen erfüllte, galt es einfach nur den Rest des Tages den Standort zu erkunden.

Als erstes führte uns unser Weg entlang der gelb blühenden Wiesen, immer den Blick auf die faszinierende Landschaft des Ahrtals, welches über Jahrunderte ins Ahrgebirge eingeschnitten hat. Die Kraft, die hinter diesem kleinen Fluss stecken muss, um die Landschaft so zu prägen, ist schwer beeindruckend.

Als nächstes erkundeten wir die Wälder, welche die riesigen Wiesen umschließen. In fast jedem Waldstück landete man auf einer Lichtung, jede Lichtung faszinierender als die vorherige. Die Wege sind wild und gleichen eher kleinen Wildtierpfaden als Wanderwegen. Durch die Sonne ergab sich ein faszinierendes Lichtspiel und das grün um uns herum strahlte in allen Farbtönen.

Die Zeit verging wie im Flug und ich musste ein wenig zur Eile mahnen, wollte ich doch auch noch zur Schlossruine nach Aremberg. Schon der Weg zur Schlossruine hatte etwas zauberhaftes an sich. Die mittlerweile tiefer stehende Sonne sorgte für ein märchenhaftes Lichterspiel welches durch den leichten Wind, der durch die Bäume strich, noch unterstützt wurde. Es hatte etwas magisches und auch hier hatten wir wieder das Gefühl alleine auf dieser Welt zu sein. Nicht eine Menschenseele war zu sehen, dafür huschte, surrte und flatterte es um uns herum.

Die Ruine musste natürlich erst einmal erkundet werden und wir entschieden uns, den Rest des Tages auf dem Gelände ausklingen zu lassen. Nach einer ganzen Weile, vielen Fotos, der Erkundung jeder Ecke und einer ausgedehnten Rast, fanden wir auf dem Rückweg einen kleinen Pfad, der doch tatsächlich als Feenwanderweg bezeichnet war. Natürlich folgten wir dem Weg und ich muss sagen, dieser Weg macht es einem leicht an Feen und Elfen zu glauben. Man fühlte sich in eine Zeit versetzt, die von der ganzen Industrialisierung noch nicht betroffen war. Alles dicht bewachsen, ursprünglich, wild und vor allem keinerlei Geräusche von außerhalb zu hören. Natürlich fanden wir auch den Baum, an dessen Wurzel sich der Eingang der Feenhöhle befinden soll. Was soll ich sagen, es war der perfekte Abschluss eines perfekten Tag mit vielen neuen Eindrücken und einem neuen Standort im Gepäck. Ich hoffe die Fotos wecken in euch das Interesse, diese Ecke des Ahrtals auch mal zu erkunden. Für Wegbeschreibungen oder Tipps könnt ihr mich gerne anschreiben.

Wandern in Eichenbach

19 Apr 19
Ivonne-Rebecca Schreier
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6 Monate nach meinem Bandscheibenvorfall war es endlich so weit. Ich traute mir wieder eine längere Wanderung alleine zu. Schon die ganze Zeit wollte ich noch mal nach Eichenbach, einem kleinen Dorf in der Eifel, welches mich bei einer Durchfahrt vor zwei Jahren total begeistert hatte.
Also ran an den Routenplaner und eine Tour zusammengestellt. Meine Männer waren zu Beginn nicht ganz so begeistern von dem Gedanken, dass ich alleine wander, wenn niemand erreichbar ist aber ich habe sie davon überzeugen können. Jedoch musste ich meinem Mann versprechen einen Wanderstock zu nutzen, Balou unseren Hund mitzunehmen und die Route so zu planen, dass ich sie jederzeit abkürzen könnte.

Am 29.03.2019 ging es dann endlich los. Zugegeben, etwas mulmig war mir schon zumute, nachdem ich über mehrere Monate nicht weit gehen durfte. Meine Route sollte 15 km weit sein und mein Ziel war es diese in 5 Stunden inklusive Pausen zu schaffen. Also fuhr ich los nach Eichenbach.

Schon der Weg dorthin führte durch eine traumhafte Landschaft und je näher ich dem Ziel kam, desto freudiger wurde ich. Einen ganzen Tag für mich alleine! In Eichenbach angekommen parkte ich an dem Wanderparkplatz an der Kapelle.

Vom Parkplatz aus führte ein kleiner Weg entlang einer herrlichen Wiese mit angrenzendem Wald. Hier findet sich eine Nothütte mit Feuerstelle und Sitzgelegenheiten. Entlang der Weide führte mich mein Weg irgendwann tiefer in den Wald. Um mich herum herrschte eine traumhafte Stille nur durchbrochen von den Geräuschen der Tiere im Wald. Der Weg führt über eine kleine Lichtung entlang an einer Felswand. Kleine Eidechsen huschten über die Felsen immer auf der Suche nach der wärmenden Sonne und bloß weg von dem riesigen Menschen mit dem großen, schwarzen Hund.

Nachdem wir ein ganzes Stück bergab gewandert waren, begleitet von zwei Rehen, mehreren Greifvögeln und jede Menge davonhuschender Mäuse und Eidechsen (so viele auf einmal hatte ich schon lange nicht gesehen) kamen wir an die Hauptstraße, die wir überqueren mussten.

Hinter der Hauptstraße folgten wir ein ganzes Stück dem Bachlauf des Eichenbachs und ich freute mich riesig über die Artenvielfalt die sich hier breit machte. Jede Menge Frühlingsblüher, Wasservögel und Schmetterlinge. Gefühlt auf jedem Meter fünf Schmetterlinge in allen Größen und Farben. Traumhaft!

Dann kam die Gabelung, vor der es mir graute. Ab hier würde es stetig bergauf gehen, bis auf 630 m musste ich rauf. Ich merkte, wie ich anfing permanent Motive zum Fotografieren zu suchen, bergauf war mit meinem Rücken immer noch nicht so einfach. Balou und ich machten noch eine kurze Pause und dann war der Abzweig auch schon da. Jetzt hieß es, rauf auf die Ahremsburg.

Letztlich war es dann doch nicht so schlimm, wie angenommen. Der Weg belohnte mich für jede Mühe. Tiefster Wald, keine anderen Geräusche von Straßen oder ähnlichem, keine Menschenseele und ein traumhaftes Wetter sorgten dafür, dass ich nur einmal eine Rast von zehn Minuten einlegen musste. An der Ahremsburg angekommen, belohnte ich mich mit einer schönen Mittagspause auf einer Holzliege. Hier begegnete ich auch den ersten Menschen an diesem Tag.

Nach unserer Pause mussten wir durch Ahremberg, einen niedlichen kleinen Eifeldörfchen. Hinter Ahremberg führte unser Weg über weite Felder zurück in den Wald und zum Eichenbach. Über Frohnhofen erreichten wir dann wieder unseren Ausgangspunkt.

Resüme: Eine malerische Wanderung mit traumhaften Ausblicken und herrlicher Ruhe. Hier ist die Zeit noch stehen geblieben. Nur zu empfehlen.